Düsseldorf, 27. Mai 2026 – Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ist heute zu einer Dienstreise in Beijing eingetroffen. Gemeinsam mit Abgeordneten des Bundestags sowie einer Wirtschaftsdelegation bleibt sie noch bis zum 29. Mai 2026 in Beijing und Guangzhou. Die Reise folgt auf den China-Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz im Februar sowie die Wiederaufnahme des deutsch-chinesischen Dialogforums in Peking. Sie unterstreicht die anhaltende Bedeutung Chinas für die deutsche Wirtschaft.
Ziel der Reise ist es, die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen vor dem Hintergrund aktueller geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen neu zu positionieren. Derzeit werden durch den Zollstreit der Vereinigten Staaten und China mehr subventionierte Produkte in den europäischen Markt umgeleitet. Dies hat direkte Folgen auf Branchen wie Maschinenbau, Automobil und Chemie und verschärft die Debatte über Marktverzerrungen durch chinesische Exporte. Laut einer Studie der Denkfabrik Center for European Reform stiegen die chinesischen Exporte, im Jahr 2025 sogar doppelt so schnell wie der Welthandel. Deutschland bleibt jedoch mit Abstand der engste Wirtschaftspartner Chinas, was Berlins Handlungsspielraum gegenüber einem schärferen EU-Kurs einschränkt.
Mit Reiche reisen CEOs und Führungskräfte von DAX-Konzernen, Mittelständlern und Start-ups — darunter BASF (Markus Kamieth), Thyssenkrupp (Miguel Ángel López Borrego) und Siemens Energy (Tim Holt). Geplant sind Gespräche mit Handelsminister Wang Wentao und Vizepremier He Lifeng sowie Unternehmensbesuche beim Flugtaxi-Hersteller EHang und dem Anbieter autonomer Fahrsysteme WeRide.
Reiches Reise spiegelt zudem einige innenpolitische Debatten wider: Zum einen geht es darum faire Wettbewerbsbedingungen einzufordern, so betonte Reiche im Kölner Stadtanzeiger, Deutschland habe seine Interessen „in der Vergangenheit nicht klar genug benannt“. Sebastian Roloff, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, der die Reise begleitet, spricht ebenfalls die schwierige Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen in China an. Laut einer AHK-Blitzumfrage fordern 39 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen ein konkretes Eintreten für faire Wettbewerbsbedingungen und gesunde Preisniveaus.
Gleichzeitig werben Wirtschaftsvertreter für einen pragmatischen Kurs gegenüber China. DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier setzt auf Zusammenarbeit statt politischen Druck. Themen wie Subventionen, Rohstoffzugang und Schutz geistigen Eigentums müssten angesprochen, aber im Dialog gelöst werden. 51 Prozent der AHK-Mitglieder wünschen sich Unterstützung beim Aufbau von Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen.
Die DCW begleitet die Entwicklungen der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen weiterhin aufmerksam und setzt sich für einen konstruktiven Dialog sowie praktische Lösungen im Umgang mit geopolitischen und regulatorischen Herausforderungen ein. Die DCW wird Sie über relevante Entwicklungen wie die Ergebnisse der Reise und die Ergebnisse der EU-Ratssitzung vom 18./19. Juni, welche neue Handelsschutzinstrumente vorstellt, informiert halten.
Pressekontakt:
Deutsch-Chinesische Wirtschaftsvereinigung e.V.
Frau Silke Besser
Tel.: +49 211 788 813-20
Fax: +49 211 788 813-25
E-Mail:



















Silke Besser