ChinaLogistics 2026: Unlocking opportunities in Sino-European logistics networks, 9. Juni 2026, Hamburg
Die Fachkonferenz „ChinaLogistics 2026“ brachte führende Branchenköpfe im Holiday Inn Hamburg-Hafencity zusammen, um über die aktuellen Entwicklungen im deutsch-chinesischen Warenverkehr zu diskutieren. Organisiert von der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsvereinigung e.V. (DCW) in enger Partnerschaft mit GARBE Industrial GmbH & Co. KG bot das Event ein dichtes Programm rund um internationale Lieferketten, E-Commerce-Trends und die Anforderungen der Elektromobilität. Nach einer Begrüßung bei Kaffee und Tee startete das Fachprogramm in der Elbmetropole.


Zum Auftakt der Veranstaltung hießen Dr. Jasper Habicht (DCW) und Jan Philipp Daun (GARBE Industrial) die zahlreichen Gäste und Branchenexperten willkommen. Sie betonten in ihren einleitenden Worten die enorme strategische Bedeutung resilienter Logistiknetzwerke zwischen Europa und China, die trotz geopolitischer Dynamiken ein zentraler Motor für den globalen Handel bleiben.

Im ersten Fachvortrag beleuchtete Johannes Berg von der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) die Perspektive der Hansestadt als zentrales Drehkreuz. Hamburg fungiert traditionell als maritimes Einfallstor, das Warenströme aus China tief in den europäischen Kontinent weiterleitet. Herr Berg zeigte auf, wie wichtig moderne Hafeninfrastrukturen und digitale Prozesse sind, um die Effizienz der sino-deutschen Lieferketten langfristig zu sichern.

Miao Hao von der IMC Pro Logistics GmbH richtete den Fokus auf den boomenden Online-Handel und analysierte die Lkw-Zustellung auf der letzten Meile in Europa. Die rasant steigenden Paketvolumina im grenzüberschreitenden E-Commerce führen zunehmend zu Kapazitätsproblematiken im Straßengüterverkehr. Der Vortrag skizzierte sowohl Komplikationen als auch praxisnahe Lösungsansätze, um bestehende Engpässe und logistische Hürden im europäischen Nahverkehr zu überwinden.
Die Anforderungen an moderne Lagerflächen wandeln sich rasant. Michael Marcinek (GARBE Industrial) stellte in seinem Beitrag das Konzept des „Built-to-suit-Warehousing“ vor. Er erläuterte, wie maßgeschneiderte Immobilienlösungen, die exakt auf die hochspezifischen Abläufe global agierender Logistikdienstleister abgestimmt sind, nachhaltige Wettbewerbsvorteile schaffen und betriebliche Abläufe optimieren können.


Nach einer kurzen Kaffeepause ging es direkt in die erste Podiumsdiskussion. Unter Beteiligung von Vertretern von Branchengrößen wie Julia Cheng (SF Express) und Arthur Dong (Cainiao Group) wurden die Kernherausforderungen des kleinteiligen Paketversands in Europa erörtert. Die Experten diskutierten über globale Transportstrategien sowie den steigenden Anspruch der Endkunden an schnelle Lieferzeiten.

Im Zentrum der hochkarätig besetzten Expertenrunde stand die strategische Zusammenarbeit zwischen aufstrebenden chinesischen Automobilherstellern und etablierten deutschen Logistikdienstleistern. Branchengrößen wie Hui Zhang (Nio Europe) und Geoffrey Wang (BYD Europe B.V.) diskutierten gemeinsam mit Qian Zhang (FIEGE Logistik Stiftung & Co. KG) über den Aufbau integrierter Lieferketten in Europa. Die Diskussion machte deutlich, dass der Markteintritt chinesischer OEMs nur durch die logistische Expertise deutscher Partner – insbesondere beim hochsensiblen Handling, der Lagerung und dem gesetzeskonformen Transport von Gefahrgütern wie Hochvolt-Batterien – nachhaltig und sicher gelingen kann.

Die anschließenden Ausführungen von Qian Zhang widmeten sich vollumfänglich der kritischen Bedeutung des After-Sales-Services für den langfristigen Erfolg chinesischer Elektrofahrzeughersteller (EV) in Europa. Sie legte detailliert dar, dass die Kundenzufriedenheit und das Vertrauen in neue Marken maßgeblich von einer reibungslosen Ersatzteilversorgung nach dem Kauf abhängen.
Wie Waren nach der Ankunft an den europäischen Außengrenzen optimal im Hinterland verteilt werden, zeigten Michael Zottl und Stephan Rakovic von der Cargo-Partner Holdings GmbH auf. Sie präsentierten Strategien für die EU-Binnenland-Distribution und veranschaulichten, wie multimodale Transportkonzepte über Schiene, Straße und Wasserstraße Distributionseffizienz steigern können.


Die letzte Diskussionsrunde des Tages führte die Kernakteure von GARBE Industrial, IMC und Cargo Partner noch einmal zusammen. Die Panelisten zogen Bilanz und diskutierten die übergreifenden Trends der europäischen Logistiklandschaft. Einigkeit herrschte darüber, dass Flexibilität, fortschreitende Digitalisierung und starke internationale Partnerschaften der Schlüssel zur Bewältigung künftiger Krisen sind.

Bei erfrischenden Getränken nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim anschließenden Networking intensiv die Gelegenheit, die gehörten Impulse zu vertiefen, bestehende Kontakte zu pflegen und neue, wertvolle Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Die DCW bedankt sich herzlich bei GARBE Industrial, IMC Pro Logistics, Cargo-Partner und Fiege für die gelungene Zusammenarbeit und Unterstützung. Unser Dank gilt zudem allen Referenten, Partnern und Gästen für den inspirierenden Austausch!


